zur Batteriesuche

Stefan Keckeisen im Interview mit bike & business

Die Europäische Union fügt dem bürokratischen Dickicht eine weitere Vorschrift hinzu. Diesmal geht es um die neue Verordnung (EU) 2019/1148 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe.

Sie ist am 1. Februar 2021 in Kraft getreten. Was Motorradhändler und -werkstätten jetzt wissen sollten: Im Kern geht es darum, dass Brüssel den Vertrieb von diversen Gefahrstoffen beschränken möchte, um kriminelle und terroristische Aktivitäten zu erschweren. Dazu zählt auch die Schwefelsäure, die als Batteriesäure in herkömmlichen Bleisäurebatterien zum Einsatz kommt. Die EU hat den Verkauf von loser Schwefelsäure an private Verbraucher (Endkunden) verboten. Die Abgabe an B2B-Kunden ist weiterhin möglich, bedarf aber einiger wichtiger Maßnahmen. Über die Folgen der EU-Verordnung haben wir uns mit Stefan Keckeisen, CEO von Keckeisen Akkumulatoren mit der Eigenmarke Intact, unterhalten.

Redaktion: Welche rechtlichen Maßnahmen tangieren die Zweiradbranche?

Stefan Keckeisen: Es gilt die Verpflichtung für die Unternehmen, alle Partner innerhalb der Lieferkette zu informieren. Jeder Lieferant muss in Zukunft jährlich eine Erklärung seiner B2B-Kunden einholen. Dazu haben wir von Keckeisen ein Formular, welches auf der Basis der gesetzlichen Vorgaben fußt, für unsere Kunden vorbereitet. Ein allgemein gültiges Musterformular stellt auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zur Verfügung.

Redaktion: Gibt es auch rechtliche Konsequenzen?

Stefan Keckeisen: Jeder Lieferant ist bei auffälliger Bestellung eines Kunden, etwa wenn die Menge gegenüber seinem gängigen Bestellverhalten deutlich höher ist, verpflichtet, dies innerhalb von 24 Stunden dem Landeskriminalamt zu melden.

Redaktion: Was müssen Händler noch beachten?

Stefan Keckeisen: Zunächst einmal muss dem Lieferanten das ausgefüllte Formular zurückgeschickt werden. Wichtig ist es zudem, baldmöglichst das eigene Personal über das neue Regelwerk aus Brüssel zu unterrichten. Es ist davon auszugehen, dass die breite Bevölkerung noch nicht über die neue Gesetzeslage informiert ist. Folglich entsteht hier ein erhöhter Informationsbedarf.

Redaktion: Welche Möglichkeiten ergeben sich nun für den Händler im Rahmen seines Batteriegeschäftes?

Stefan Keckeisen: Der Verkauf von trocken vorgeladenen Batterien ist unter bestimmten Voraussetzungen auch an Endkunden weiterhin möglich. Der Vorteil für den Händler: Diese Produkte lassen sich wesentlich länger lagern als gefüllte und geladene Batterien.

Redaktion: Was muss der Zweiradbetrieb beachten, um diese Batterie-Typen weiterhin an den Endkunden verkaufen zu können?

Stefan Keckeisen: Inhouse muss die Batterie von einem unterwiesenen Mitarbeiter zumindest befüllt werden. Danach steht es jedem Händler frei, diese auch vor Ort fertig zu laden. Wird die Batterie nicht vorab durch den Händler geladen, sollte der Kunde explizit darauf hingewiesen werden.

Redaktion: Was muss der Endkunde beachten?

Stefan Keckeisen: Wird die Batterie vom Händler/Werkstattbetrieb nicht geladen, liegt es jetzt an dem Kunden, seine Batterie vor Einbau sachgemäß zu laden. Nur so ist gewährleistet, dass die Batterie in Zukunft auch die volle Nennleistung erreicht. Ebenso verlängert sich die Lebensdauer erheblich. Wichtige Tipps zum Umgang mit Batterien haben wir bei Keckeisen anschaulich in unserem Flyer Motorrad-Batterien „Prüfen und Pflegen“ aufbereitet. Einfach dem Kunden die Broschüre in die Hand drücken – und der Kunde weiß Bescheid.

Redaktion: Was empfehlen Sie dem Händler im Verkauf?

Stefan Keckeisen: Der Händler kann dem Kunden natürlich auch empfehlen, auf eine verschlossene AGM- oder Gel-Batterie umzusteigen, welche ab Werk gefüllt und geladen sind. Diese Batteriearten fallen nicht unter das aktuelle Gesetz. Somit gibt es auch keinen zusätzlichen Aufwand beim Thekenverkauf.

Redaktion: Welche weiteren Hausaufgaben warten auf die Händler?

Stefan Keckeisen: Bei der Umstellung auf ab Werk gefüllte und geladene Batterien, ist eine Umstellung beim Lagermanagement nötig. Neben dem FIFO-Prinzip (First in, First out) ist eine regelmäßige Überwachung der Spannung das A und O. Hierzu liefert unsere „Battery-Bible for Bikes“ wertvolle Tipps.

(Quelle: bike & business 3/2021, Stephan Maderner)

Alle wichtigen Informationen zu den Auswirkungen der neuen Verordnung auf unsere Produkte finden Sie hier. Die rechtlichen Grundlagen und alle relevanten Merkblätter und Formulare finden Sie außerdem in unseren rechtlichen Hinweisen (Unterpunkt B).

 

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